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Recherche-Tipps zur Familienforschung

Wenn Sie damit beginnen, sich für die Geschichte ihrer Vorfahren zu beschäftigen, steht Ihnen ein großes Angebot an Möglichkeiten zur Verfügung. Nachfolgend möchten wir Ihnen erste Tipps für Ihre Recherchen geben.


I. Recherchen innerhalb der eigenen Familie

Sind Sie der Erste, der sich mit ihrer Familiengeschichte beschäftigt? Vielfach haben sich bereits Verwandte auf die Spuren Ihrer Vorfahren begeben. Fragen Sie gezielt in der Familie danach, vielleicht können Sie auf vorhandene Stammbücher, Geburts-/Heirats- und Sterbeurkunden, Geburts-/Heirats- oder Sterbeanzeigen, Totenzettel oder ähnliches aufbauen.


II. Personenstandsregister der Stadt Borken (ab Oktober 1874)

Das Borkener Stadtarchiv verwahrt die Personenstandsregister des Standesamtes Borken sowie die der 1969 aufgelösten Standesämter Gemen, Marbeck und Weseke.
(Foto: Thomas Hacker, Stadt Borken)
Das Bild zeigt die Unterschrift eines Standesbeamten unter einem Personenstandseintrag.

Mit Einrichtung der Standesämter ab Oktober 1874 existierten auf dem Gebiet der heutigen Stadt Borken die vier Standesämter Gemen, Weseke (beide Amt Gemen-Weseke), Marbeck (Amt Marbeck-Raesfeld) und Borken (Stadt Borken). Mit der kommunalen Neugliederung zum 1. Juli 1969 wurden bis auf das Standesamt Borken alle weiteren Standesämter aufgelöst. Die Personenstandsunterlagen sind durch alphabetische Register erschlossen.

Für die Benutzung der Personenstandsunterlagen im Stadtarchiv Borken sind folgende Aufbewahrungs- und Fortführungsfristen zu beachten:

  1. Geburten 110 Jahre

  2. Heiraten 80 Jahre

  3. Sterbefälle 30 Jahre

Konkret heißt dies, dass wir im Regelfall die entsprechenden Register der im Oktober 1874 eingerichteten Standesämter Borken, Gemen, Marbeck und Weseke (die letzten drei Standesämter wurden zum 30. Juni 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung aufgelöst und mit dem Standesamt Borken zusammengelegt) zu Geburten der Jahre 1874-1908, zu Heiraten der Jahre 1874-1938 sowie zu Sterbefällen der Jahre 1874-1988 verwahren (Stand 1. Januar 2019). In Einzelfällen, etwa wenn sich mehrere Jahrgänge in einem Sammelband befinden, werden archivwürdige Jahrgänge erst nach Erlangung der Archivwürdigkeit des letzten enthalten Jahrgangs durch das Stadtarchiv übernommen.

Die Benutzung der Personenstandsunterlagen kann zum Schutz personenbezogener Daten eingeschränkt werden. Generell ist eine Einsichtnahme in die Personenstandsregister nur zusammen mit den Mitarbeitern des Stadtarchivs möglich. Eine Vielzahl der Einträge enthalten Randvermerke oder Beschreibungen, die sich auf evtl. noch lebende Personen beziehen. Kopien von Registereinträgen müssen aus erwähnten Gründen vor der Weitergabe durchgesehen und bei Bedarf in Teilen geschwärzt werden.

Zur Benutzung der Personenstandsunterlagen wird auf das ArchivG NRW sowie auf die zum 1. Januar 2018 in Kraft getretene "Benutzungsordnung für das Stadtarchiv Borken" in Verbindung mit der Gebührenordnung des Stadtarchivs verwiesen.

Weitere Informationen:

Hacker, Thomas: Archivschatz in 226 Bänden. Borkener Stadtarchiv stellt Familienforschern Personenstandsregister ab 1874 zur Verfügung. In: Westmünsterland. Jahrbuch des Kreises Borken 2018, S. 251-254.

Zum Download klicken Sie hier.


III. Online-Abruf der Zweitschriften der Sterberegister für den Zeitraum Oktober 1874 bis 1938

Die Abteilung Ostwestfalen-Lippe des Landesarchivs Westfalen-Lippe stellt die Zweitschriften der Sterberegister für den Zeitraum 1874 bis 1938 kostenfrei online für Recherchezwecke zur Verfügung.

Sie gelangen hier zu den digitalisierten Sterberegistern der einzelnen Standesämtern:

Bitte prüfen Sie, ob im Einzelfall digitalisierte Namensregister vorliegen.

Hinweis: Die Erstschriften der Sterberegister (bzw. im Einzelfall die zu Erstschriften erklärten Zweitschriften) können Sie weiterhin während der Öffnungszeiten im Stadtarchiv Borken einsehen.


IV. Personenstandsregister im Standesamt Borken

Alle Personenstandsregister, deren Aufbewahrungs- und Fortführungsfristen noch nicht abgelaufen sind und die sich daher im Standesamt befinden, fallen unter das Personenstandsgesetz. Zur Benutzung gelten die §§ 61-68 PStG entsprechend.


V. Alte Personenstandsregister im Stadtarchiv Borken

Auch alte Personenstandsregister können Auskünfte über Vorfahren geben.
(Foto: Thomas Hacker, Stadt Borken)
Bild zeigt einen Akteneinband mit preußischer Fadenheftung

Die im Stadtarchiv verwahrten Personenstandsregister (nicht zu verwechseln mit den Personenstandsunterlagen der Standesämter!) führen manchmal von vor 1800 bis nahe an das Jahr 1900 heran. Es empfiehlt sich, die vom ehemaligen Archivar Karl Pöpping erstellten Findlisten als Orientierungshilfe (Seite, Hausnummer) einzusehen. In den Registern sind wichtige Informationen zur Wohnanschrift - evtl. auch zu II. oder III. Ehen als Folge eines frühen Versterbens und zu nachfolgender Änderung des Familiennamens ("NN genannt NN") - zu finden. Achtung: Die Geburtsdaten stimmen nicht immer überein mit den Taufbüchern.


VI. Abgleich der Daten mit den Original-Kirchenbüchern der katholischen Kirchengemeinden

Sofern Ihre Vorfahren katholischen Glaubens waren, können Sie die unter dem Internetportal Matricula online verfügbaren digitalisierten Kirchenbücher einsehen

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Kirchenbücher über alphabetische Namensregister verfügen, die Suche kann im Einzelfall also recht umständlich sein.


VII. Kirchenbücher der Evangelischen Kirchengemeinden

Die Kirchenbücher (Taufen, Konfirmation, Trauungen und Beerdigungen) der Evangelischen Kirchengemeinde Gemen sind über das Portal Archion kostenpflichtig einsehbar.

Die Evangelische Kirchengemeinde Borken ist erst eine recht junge Auspfarrung der Gemener Kirchengemeinde, welche bis dahin auch die Kirchenbücher für die evangelischen Borkener Bürgerinnen und Bürger führte. Erst zu Beginn des Jahres 1966 wurde sie zur selbständigen Kirchengemeinde Borken erklärt (Einzelheiten zur Gründungsgeschichte der Borkener Kirchengemeinde erfahren Sie hier). Aus diesem Grund liegen hier noch keine entsprechenden Kirchenbücher vor. 


VIII. Juden- und Dissidentenregister für Westfalen und Lippe

Online-Datenbank der im Landesarchiv NRW verwahrten Juden- und Dissidentenregister für Borken (ca. 1822-1875).


IX. Status Animarum (Volkszählungslisten) des Bistums Münster für 1749/50

Zwischen 1749 und 1750 wurden im Bistum Münster die sogenannten Status Animarum (Seelenlisten) erstellt, die damit die erste Volkszählung nach einheitlichen Vorgaben darstellten. Die in diesem Rahmen erfassten Daten bieten guten Überblick über die Gesamtbevölkerung und enthalten Angaben zu Haushalten, Einwohnern sowie zum Alter, Beruf und ergänzende Angaben.

Leider scheint zu St. Remigius Borken selbst kein Status Animarum im Original oder in Abschriften zu existieren. Dafür existiert die entsprechende Aufstellung zur Gemeinde St. Ludgerus in Weseke aus dem Jahr 1749 und kann als Digitalisat über das Webportal Matricula abgerufen werden.


X. Online-Archiv der Borkener Zeitung (sowie ihrer Vorläufer)

Das Archiv der Borkener Zeitung (bzw. ihrer Vorgänger) reicht bis in das Jahr 1867 zurück. Es ist nicht im vollen Umfang enthalten, einzelne Jahrgänge, Ausgaben oder auch Seiten (-teile) fehlen. Neben Anzeigen zu Geburten, Heiraten und Sterbefälle finden sich hier ggf. auch redaktionelle Beiträge bzw. Pressemitteilungen (u.a. der Polizei), denen biographische Informationen entnommen werden können.

Das Archiv kann kostenpflichtig über das Online-Angebot der Borkener Zeitung eingesehen werden. Vorteil ist die Möglichkeit eine Volltextrecherche, wobei das Recherchetool nicht alle möglichen Treffer findet.

An einem PC-Arbeitsplatz im Diebesturm ist die Lokalzeitung zu den Öffnungszeiten des Stadtarchivs kostenfrei einsehbar, Gebühren entstehen nur für den Ausdruck entsprechender Seiten (zu den Kosten vgl. die Gebührenordnung des Stadtarchivs). Eine Volltextrecherche ist hier aktuell jedoch nicht möglich.


XI. Bestand Urkunden im Stadtarchiv Borken

Der rund 700 Urkunden umfassende Bestand beinhaltet neben einer Vielzahl an historischen Sachverhalten auch eine Vielzahl an Namen. Sofern Ihre Familie mutmaßlich seit Jahrhunderten in Borken ansässig ist, lohnt sich eine entsprechende Recherche.


XII. Meldebücher im Stadtarchiv Borken

In den Beständen Stadt Borken B (ab 1874 bis 1945) sowie Amt Gemen-Weseke A und B existieren Meldebücher (ab ca. 1880 bis etwa 1945), welche Zuzug und Wegzug von Bürgern dokumentieren können. Aufgrund fehlender Register kann diese Recherche sehr zeitintensiv sein.


XIII. Verschiedene Schul-Bestände im Stadtarchiv Borken

Für verschiedene Schulen liegen Namenslisten vor, die nach Ablauf entsprechender datenschutzrechtlicher Fristen (z.B. 100 Jahre nach Geburt der betroffenen Person) für Recherchen herangezogen werden können.

Für Absolventen des Gymnasiums Remigianum liegen für die Jahre 1932 bis ca. 1970 Anmeldungen für Abiturprüfungen vor (eine Ausnahme bilden die "geraden Jahrgänge" 1950, 1952, 1954, 1958, 1960, 1971/1972). Teilweise enthalten sie auch ausführliche handschriftliche Lebensläufe.


XIV. Archivalien im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen

Handelt es sich bei der Recherche um einen Bauernhof, der früher dem Haus Landsberg-Velen gehört hat, lässt sich die Suche nach Namen und Daten manchmal noch um eine Suche nach Fakten erweitern. Dazu sind entsprechende Findmittel über die Abteilung Westfalen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen einsehbar. Die Originale sind im Landesarchiv Münster, Bohlweg 2, einzusehen.


XV. Literatur zum Einstieg in die Familienforschung im Westmünsterland

Für einen Einstieg in genealogische Forschungen kann das nachfolgend aufgeführte Buch hilfreich sein:

Ingeborg Höting, L. Kremer, Timothy Sodmann (Hrsg.): Geschichte selber erforschen. Wege zur Orts-, Hof- und Familien im Westmünsterland. - (Geschichte im Westmünsterland, Band 3), 2011
Herausgegeben von der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes e.V.
188 S., 17 x 24,5 cm, s/w Abb., fester Einband
ISBN 978 3 933377 15 9


XVI. Adressbücher im Stadtarchiv Borken

Das Stadtarchiv Borken verwahrt aus den Jahren 1929, 1937, 1955, 1964, 1967, 1970, 1972, 1977, 1986 und 1996 Adressbücher. Diese können jederzeit im Diebesturm zu den allgemeinen Öffnungszeiten eingesehen werden.


XVII. Arbeitsgemeinschaft Genealogie des Borkener Heimatvereins

Seit Februar 2019 existiert im Borkener Heimatverein eine AG Genealogie, die von Klara Könning geleitet wird. Eine Kontaktaufnahme ist über die Geschäftsstelle des Heimatvereins (Tel. 02861 902490) möglich.


XVIII. Arbeitsgemeinschaft Westmünsterland Genealogie

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Westmünsterland Genealogie stellen die Ergebnisse Ihrer Recherchen in einem passwortgeschützten Bereich anderen Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung. Sie leisten darüber hinaus Hilfestellung bei Recherchen.


XIX. Verein für Computergenealogie

Die frei verfügbaren Online-Datenbanken des Vereins für Computergenealogie bieten einen kostenfreien Zugriff auf verschiedenste Daten. Dazu zählen etwa Totenzettel, die Verlustlisten 1. Weltkrieg, Familienanzeigen oder Adressbücher oder Ortsfamilienbücher. Nicht in allen Datenbanken sind jedoch Treffer mit Borkener Bezügen zu erwarten.


XX. Familysearch

Das Online-Angebot der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage umfasst sehr umfangreiche Datenbanken. Eine kostenfreie Registrierung ist erforderlich.


Ihre Ansprechpersonen

Herr Dr. Norbert Fasse

norbert.fasse@­borken.de 02861/939-217 Adresse | Öffnungszeiten | Details

Herr Thomas Hacker

thomas.hacker@­borken.de 02861/939 231 Adresse | Öffnungszeiten | Details