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Veranstaltungsreihe „Geschichte ist mehr ...“

Bild zeigt Logo der Vortragsreihe "Geschichte ist mehr ..."

Die Veranstaltungsreihe „Geschichte ist mehr …" ist eine Kooperation des Stadtarchivs mit der Volkshochschule sowie dem Heimatverein Borken. Sie wurde im Herbst des Jahres 2000 begründet, als die Leitung von Stadtarchiv und Stadtmuseum in eine Hand gelegt wurde.

Unter der Programm-Koordination des Stadtarchivs finden im VHS-Forum in der ehemaligen Josefskirche an der Heidener Straße 88 regelmäßig Mittwochsvorträge und -vorstellungen zu verschiedenen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte statt.


Veranstaltungen im 2. Halbjahr 2022

(unter Corona-Vorbehalt)

Mittwoch, 21. September 2022 | VHS-Forum | 19:30 Uhr

– Vortrag –

PD Dr. Stefanie Samida (Universität Heidelberg)

„Eine wahrhafte Heldenlaufbahn hat er durchmessen“ –
Heinrich Schliemann und seine Ausgrabungen in Troia als Medienereignis des 19. Jahrhunderts

Als Heinrich Schliemann (1822–1890) im Jahr 1873 den von ihm als „Schatz des Priamos“ titulierten Hortfund entdeckte, erlangte er – quasi über Nacht und aus dem Nichts heraus – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit große Berühmtheit. Einem archäologischen Laien, so schien es, war geglückt, was bis dahin keinem Gelehrten gelungen war: Schliemann hatte das mythische Troia Homers lokalisiert. Seine Gleichsetzung des Ruinenhügels Hisarlık an den Dardanellen mit dem von Homer beschriebenen Troia erlangte eine enorme publizistische Aufmerksamkeit. Mit der Zeit avancierte der mecklenburgische Kaufmann und archäologische Autodidakt zum Tagesgespräch der zeitgenössischen Presse. Die ‚Dauerberichterstattung‘ zu Schliemann und seinen Ausgrabungen führte zu einer zunehmenden Verbindung der Archäologie mit seiner Person: Schliemann und Troia, ja Schliemann und Archäologie, wurden und werden in einem Atemzug genannt – auch im Jubiläumsjahr 2022, dem Jahr seines 200. Geburtstages. Wie kam es dazu und welchen Anteil hatte Schliemann selbst?

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 12. Oktober 2022 | VHS-Forum | 19:30 Uhr

– Vortrag –

Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken)

Stadtsanierung und Profilierung per Großkomplex
Der Bau des Borkener Vennehofs 1975-1982

Schon 1966 hielt der Borkener Stadtrat in einer Entschließung fest, die in der südlichen Altstadt vom Krieg verschont gebliebene Bausubstanz sei „weitgehend überaltert“, habe „im Gesamtorganismus keine eigentliche Funktion“ mehr und stelle für „die Entwicklung der Stadt eine Belastung dar“. Sie solle daher „mit dem Ziel saniert werden, dem Borkener Handel die dringend notwendige Expansionsmöglichkeit zu geben, um damit den zentralörtlichen Anforderungen gerecht zu werden.“ Mehrere Motivstränge liefen von nun an zusammen: die Sanierungsbedürftigkeit eines alten Stadtquartiers, die sozialökonomische Planungseuphorie der 1960er und 1970er Jahre, die heraufziehende kommunale Neugliederung, die Borkens Status als Kreisstadt bedrohen mochte, und ein zeittypisches Verständnis von Stadtentwicklung und sozialökonomischer Zentralität, von Städtebau und Architektur.

Das Ergebnis war der Vennehof als multifunktionaler Großkomplex mit dem Makado-Einkaufszentrum, mit Gastronomie, dem sozialkulturellen Zentrum Stadthalle, der Remigius-Bücherei und 35 Seniorenwohnungen. Vorübergehend war auch an die Volkshochschule gedacht worden, an ihrer Stelle zog schließlich die Katholische Familienbildungsstätte ein. Das angeschlossene Autoparkhaus bildete die Brücke zum zwölfgeschossigen Krankenhaus-Neubau, der die Neugestaltung der südlichen Altstadt komplettierte – „exakt geplant und auf dem Reißbrett vorgezeichnet“, wie es in einer Sonderbeilage der Borkener Zeitung zur Eröffnung des Einkaufszentrums im Oktober 1977 hieß.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 2. November 2022 | VHS-Forum | 19:30 Uhr

– Vortrag –

Dr. Volker Jakob (Drensteinfurt)

Adel verpflichtet! Feudale Nachrichten aus Westfalen und dem Münsterland

Jahrhundertelang hat der Adel, diese kleine, elitäre Funktionselite, Westfalen und auch das Münsterland souverän beherrscht. Angehörige dieses Standes haben als Beamte und Militärs im Auftrag der weltlichen und geistlichen Herren das Tagesgeschäft geführt und die Ordnung aufrechterhalten. Für ihre Dienste wurden sie fürstlich entlohnt durch Grund und Boden und allerhand Privilegien. Die Burgen und Schlösser, die sie sich errichteten, erinnern noch heute an eine vergangene Herrlichkeit. 1918, nach dem Ersten Weltkrieg, verlor der Adel in Deutschland seine Privilegien, nicht aber Titel und Besitz. So sind die „Häuser“, von denen die Pletten- und Fürstenberg, die Galen, die Droste Vischering, die Romberg, die Landsberg und die vielen anderen bescheiden sprechen, noch immer da und erinnern an vergangene Zeiten.  Dieser Vortrag lässt die Geschichte des westfälischen, des münsterländischen Adels noch einmal Revue passieren, erzählt von großen und weniger großen Herren (und Damen) und schlägt den Bogen bis in die Gegenwart.  Denn auch heute noch ist der Zauber, den „diese Klasse für sich“ auf die bürgerliche Welt ausstrahlt, ungebrochen.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 30. November 2022 | VHS-Forum | 19:30 Uhr

– Vortrag –

Thomas Hacker (Dipl.-Archivar, Stadtarchiv Borken)

Vom Chaussee- zum Gasthaus
Die bewegte Geschichte der Borkener Gaststätte Sicking

Das Gasthaus Sicking an der Raesfelder Straße existiert in seinen Ursprüngen bereits seit über 160 Jahren. Während das Gebäude selbst im Laufe der Zeit immer wieder umgebaut wurde und deshalb letztlich keinen Denkmalwert mehr beanspruchen kann, ist seine Tradition unter stadtgeschichtlichen Gesichtspunkten durchaus bemerkenswert. Um 1860 von Schreinermeister Johann Heinrich Langenhoff als Maut-Stelle für die Erhebung von Chaussee-Geldern erbaut, kam als Nebenerwerb wenig später die Gastwirtschaft hinzu. Nach Einheiratung des aus Oeding stammenden Bäckergesellen Josef Ferdinand Sicking wurde sie unter dem schlichten Namen Sicking bekannt und entwickelte sich zu einer festen Element des Borkener Kneipenlebens. Bereits Anfang der 1930er Jahre warb die Gastwirtschaft mit seinen schattigen Gartenanlagen, wenige Jahre später kam ein Schießstand hinzu. Nicht wenige Vereine nutzten und nutzen Sicking als Vereinslokal, und auch bei Privatpersonen ist die Gastwirtschaft bis heute sehr beliebt. Thomas Hacker, Diplomarchivar im Stadtarchiv Borken, blickt im Rahmen des Vortrags auf die spannende und wechselvolle Geschichte der mutmaßlich ältesten erhaltenen Gaststätte in der Borkener Innenstadt zurück.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Ihre Ansprechpersonen

Dr. Norbert Fasse

norbert.fasse@­borken.de 02861/939-217 Adresse | Öffnungszeiten | Details

Thomas Hacker

thomas.hacker@­borken.de 02861/939 231 Adresse | Öffnungszeiten | Details