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Veranstaltungsreihe „Geschichte ist mehr ...“

Bild zeigt Logo der Vortragsreihe "Geschichte ist mehr ..."

Die Veranstaltungsreihe „Geschichte ist mehr …" ist eine Kooperation des Stadtarchivs mit der Volkshochschule sowie dem Heimatverein Borken. Sie wurde im Herbst des Jahres 2000 begründet, als die Leitung von Stadtarchiv und Stadtmuseum in eine Hand gelegt wurde.

Unter der Programm-Koordination des Stadtarchivs finden im VHS-Forum in der ehemaligen Josefskirche an der Heidener Straße 88 regelmäßig Mittwochsvorträge und -vorstellungen zu verschiedenen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte statt.


Veranstaltungen im 2. Halbjahr 2020

Mittwoch, 16.12.2020

Folgende ursprünglich für den 25.11.2020 geplante Veranstaltung muss aufgrund der allgemeinen Corona-Infektionsschutz-Maßnahmen verschoben werden. Als neuer Termin ist Mittwoch, der 16.12.2020 geplant. Wenn auch Mitte Dezember noch keine Live-Veranstaltungen stattfinden können, wird der Vortrag im Internet zu hören sein. Aktuelle Informationen finden Sie im Dezember auf dieser Website.

 

Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken)

Vor 75 Jahren:
Der Wiederaufbau der Stadt Borken im Widerstreit der Planer

Wie viele andere Städte im westlichen Münsterland war Borken am Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört, der engere Stadtkern lag sogar zu 90 Prozent in Trümmern. In der vermeintlichen Stunde Null zählten daher die Wiederherrichtung von Wohnraum und der Wiederaufbau der Innenstadt zu den drängendsten Aufgaben. Zwar hatte die provisorische, von den Briten kontrollierte Stadtverwaltung schon im Herbst 1945 das Coesfelder Büro Wolters & Berlitz mit einer Wiederaufbauplanung beauftragt. Doch der erste, im Dezember vorgelegte Entwurf geriet in das Spannungsfeld widerstreitender Zielvorstellungen der Behörden, die von einer durchgreifenden Neuordnung des Stadtkerns bis zur weitgehenden Erhaltung des historischen Stadtgrundrisses bei gleichzeitiger Fernhaltung des Autoverkehrs reichten. Zwar einigte man sich nach langwierigen Debatten auf eine „Dreiplatzfolge“ aus zweigeteiltem Marktplatz und Kirchplatz mit repräsentativem Rathausstandort, doch die Bezirksregierung Münster setzte als Genehmigungsbehörde 1951 eine Abkehr von dieser Lösung durch. Welche städtebaulichen Konzepte zur Diskussion standen und welche langfristigen Wirkungen aus den schließlich getroffenen Entscheidungen resultierten, zeigt sich im Spiegel der nachfolgenden Jahrzehnte

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum (Heidener Straße 88) oder online

Entgelt:    6,00 Euro


Veranstaltungen im 1. Halbjahr 2021

(unter Corona-Vorbehalt)

Mittwoch, 27.01.2021 (Holocaust-Gedenktag)

– Vortrag und Lesung –

Walter Schiffer M. A., M. Th. (Borken)

Von Liebe und Ausgrenzung
Zwei vergessene jüdische Schriftsteller aus Westfalen

Während des 19. und 20. Jahrhunderts wirkten in Westfalen zahlreiche jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Sicher zählten nicht alle von ihrem Bekanntheitsgrad zu den Populärsten der deutschen Literaturszene, aber ein paar „aus der zweiten Reihe harren der Auferstehung“ (Günter Kuhnert). Es ist lohnend, sich diese Literat*innen in Erinnerung zu rufen und sie wieder zu Gehör zu bringen. Mit kurzen biographischen Skizzen und mit ihren Texten werden Jakob Loewenberg (geb. 1856 in Niederntudorf / Salzkotten, gest. 1929 Hamburg) und Josefa Metz (geb. 1871 in Minden, gest. 1943 in Theresienstadt) vorgestellt.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 03.02.2021

– Vortrag mit historischen Aufnahmen –

Rudolf Koormann (Heimatverein Borken)

Vom Krankenhaus zur Promenade - Die Johanniterstraße in Geschichte und alten Bildern

Bis zur Neugestaltung der südlichen Borkener Altstadt führte zwischen Krankenhausgarten und Propstei her, an der Johanneskirche und am Kornmarkt entlang die Johannisstraße, die anfangs noch in die Kreuzstraße überging, zum Neutor. Dort stieß sie auf die außerhalb der Stadtmauer gelegene Promenade. Wer die Stadt von West nach Ost durchqueren wollte, konnte die Verbindung benutzen, die heute – allerdings in anderen Ausmaßen – Johanniterstraße heißt. Am Treffpunkt von Papendiek Boltenhof jedoch fand sie früher ihr Ende, da sie nicht durch das Gelände des Stadtparks weitergeführt wurde bis zur Heidener Straße. Unter Verwendung von altern Bildern, Zeitungsinseraten und Geschichten vermittelt Rudolf Koormann ein Stück Stadtgeschichte und Stadtentwicklung.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 03.03.2021

– Vortrag –

Dr. Volker Jakob (Drensteinfurt

Franz von Papen
Reichskanzler, Steigbügelhalter Hitlers und Lügenbaron

Das Scheitern der Weimarer Republik ist ein politisches Lehrstück in deutscher Geschichte. Der Aufstieg des Nationalsozialismus zu Beginn der 1930er Jahre geht einher mit einer Erosion der demokratischen Verfassung. Das Parlament ist ausgeschaltet. Jetzt regiert der greise Reichspräsident eigenmächtig mit Notverordnungen. Und er ist es, der Anfang Juni 1932 einen bis dahin kaum bekannten Mann zum Kanzler des Deutschen Reiches beruft: Den westfälischen Landadeligen Franz von Papen. Dieser aristokratische Snob, dem der Ruf eines Herrenreiters vorauseilt. Papen ist es, der in den chaotischen sechs Monaten seiner Kanzlerschaft die Nationalsozialisten umwirbt und salonfähig macht. Nach einem kurzen Interregnum wird Hitler am 30. Januar 1933 mit der Regierungsbildung betraut. Papen gilt bis heute einvernehmlich als derjenige, der Hitler die Steigbügel gehalten hat und die Weichen stellte auf dem Weg in die Diktatur. Dem „Führer“ diente er bis zum bitteren Ende. Später bemühte er sich vergeblich um eine Rehabilitierung.

Der Vortrag lässt das Leben dieses Mannes Revue passieren. Er beleuchtet die Ziele seines Denkens und Handelns. Eine psychologische Charakterstudie und zugleich ein Lehrstück politischen Versagens, das heute aktueller ist denn je.

Der Historiker Dr. Volker Jakob, Autor zahlreicher Beiträge zur Fotografie- und Regionalgeschichte Westfalens, war von 1982 bis 2015 als wissenschaftlicher Referent und als Referatsleiter des Bild-, Film- und Tonarchivs im heutigen LWL-Medienzentrum für Westfalen tätig.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 24.03.2021

– Buchvorstellung –

Dr. Bruno Fritsch (Borken)

Von der Lateinschule zum Gymnasium Remigianum
Die höheren Schulen in Borken von 1417 bis 1955

Mehr als 500 Jahre reicht sie zurück, die Geschichte höherer Schulen in Borken. Offenbar bereits an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert wurde die erste Lateinschule und spätere Rektoratschule gegründet, aus der Ende der 1920er Jahre schließlich das Gymnasium Remigianum hervorging. Dr. Bruno Fritsch, der seit 1977 am Remigianum Geschichte und Deutsch unterrichtet hat und seit 2002 stellvertretender Direktor war, hat sich seit seiner Pensionierung 2013 der Stadt-, Regional- und Schulgeschichte verschrieben und in seinem neuen Buch die Geschichte der höheren Schulen in Borken, zu denen 50 Jahre lang auch eine höhere Mädchenschule zählte, so anschaulich wie umfassend nachgezeichnet. 

Er beschreibt nicht nur das Wirken der Lehrer und Lehrerinnen, sondern auch – soweit möglich – die Rolle und Perspektive der Schülerinnen und Schüler im Wandel der Zeiten und geht ausführlich auf die wilhelminische Kaiserzeit und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Besonders die zwei Weltkriege veränderten das Schulgeschehen und das Leben von Lehrenden und Lernenden einschneidend. Da die höheren Schulen im kommunalen Leben immer eine wichtige Rolle spielten, wirft diese Schulgeschichte zugleich viele Schlaglichter auf die allgemeinen städtischen Verhältnisse.

Dr. Bruno Fritsch hat 2015 bereits die Biografie Engelbert Niebecker (1895-1955): Fliegerleutnant, katholischer Geistlicher und Gymnasialdirektor in Borken veröffentlicht, ist seit 2017 Vorsitzender der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes e. V. und Vorstandsmitglied des Heimatvereins Borken.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          Gymnasium Remigianum, Aula

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 14.04.2021

– Vortrag –

Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken)

Gecheckt und geliked: Alles so schön bunt und smart und easy hier?
Eine Polemik, ein kultureller Appell wider die überschäumende Digitalisierungsparole

Hans-Heinrich Grosse Brockhoff, bis 2010 Kulturstaatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, hat im Jahr 2005 in einer bemerkenswerten Rede gesagt: „In einer Zeit, in der an einem Tag auf uns mehr Bilder, Zeichen, Töne, Informationen einstürmen, als noch vor 200 oder 150 Jahren auf einen durchschnittlichen Bürger in seiner ganzen Lebensspanne, hat die Einübung unserer Wahrnehmungsfähigkeiten in keiner Weise mitgehalten mit dieser Beanspruchung, mit diesem Boom, so dass wir Probleme haben, heute selbstbestimmt wahrzunehmen und nicht fremdbestimmt durch die Medien zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen.“

Diese Diagnose ist 15 Jahre her, der medial-digitale Overkill hat sich seither nochmals potenziert, ein Innehalten ist nicht in Sicht. Wir mutieren mehr und mehr zum Homo faber digitalis, commercialis et infantilis, muss man als gelernter Lateiner und vernunftbegabter Mensch fürchten. Wir sollten daher – bildhaft ausgedrückt – endlich mal Wasser in den digitalen Schaumwein gießen, damit wir noch halbwegs nüchtern bleiben. Es gilt, die großen Vorzüge des Digitalen vor seinen penetranten Kommerzialisierern und Banalisierern im Netz und in den Medien zu schützen und uns gegen die beständige Emotionalisierung und „Erregungsbewirtschaftung“ (Ranga Yogeshwar) abzugrenzen, die das medial-politische Inszenierungsgeschäft, unsere öffentlichen Debatten und den kulturellen Sektor immer mehr durchdringen. Selbst Museen stellen sich mittlerweile als Wellness-Oasen dar – mit „Entdecken, Erleben, Genießen" als plakativem Hauptslogan …

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


Mittwoch, 19.05.2021

– Film im Gespräch –

Lynn Bürger / Axel Linnenberg
(Universität Münster – Servicepunkt Film / Arbeitsstelle Forschungstransfer)

Jüdisch leben heute: Aus dem Gemeindeleben in Münster
Ein Dokumentarfilm in Episoden

Wie kochen, beten und feiern eigentlich jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Gemeinde in Münster? Wie gestalten sie das Gemeindeleben und welche Schwierigkeiten begegnen ihnen bei der Auslebung ihres Glaubens?

Durch eine eineinhalbjährige Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Münster und dem Servicepunkt Film der Universität Münster konnte ein Film entstehen, der aus dem Alltag der Gemeinde erzählt. Viele Mitglieder haben über ihr Engagement für die Gemeinde gesprochen, und auch darüber, wie sie in der Gemeinde in Münster Judentum leben. 

Der Dokumentarfilm gliedert sich in sieben Episoden, die Einblick in die Jugendarbeit und den Religionsunterricht geben und Riten und gelebte jüdische Tradition zeigen. Sie erzählen von der Geschichte der Gemeinde - anhand des alten jüdischen Friedhofs - und von ihrer Entwicklung nach 1945, von Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinschaft und davon wie die Gemeinde sich organisiert.

Der Vortrag lässt das Leben dieses Mannes Revue passieren. Er beleuchtet die Ziele seines Denkens und Handelns. Eine psychologische Charakterstudie und zugleich ein Lehrstück politischen Versagens, das heute aktueller ist denn je.

Den jungen Filmautoren Lynn Bürger und Axel Linnenberg ist ein dichter Film gelungen, der von seinen sympathischen Protagonisten und deren authentische Erzählungen getragen wird.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgelt:     6,00 Euro


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