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Bundesmittel für den Erhalt Borkener Archivalien

Projekt des Stadtarchivs zur Massenentsäuerung und Erstellung eines Schadenkatasters

Ein Teil der von der KEK bewilligten Fördermittel fließt in die Massenentsäuerung des Bestandes "Stadt Borken B". Dieser wird Benutzern daher ab September nicht zur Einsichtnahme zur Verfügung stehen.

BORKEN. Für umfangreiche bestandserhaltende Maßnahmen erhält das Stadtarchiv Borken noch in diesem Jahr Fördermittel des Bundes von bis zu 17.000 Euro. Vor wenigen Tagen traf die entsprechende Förderzusage der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) ein, die von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und von der Kulturstiftung der Länder finanziert wird und jedes Jahr im gesamten Bundesgebiet Maßnahmen zum Erhalt wertvoller historischer Quellen fördert.

Das Stadtarchiv hatte sich in diesem Jahr erstmals um KEK-Fördergelder für die dauerhafte Sicherung der schriftlichen Überlieferung zu 800 Jahren Stadtgeschichte beworben. Anfang September kann nun ein für die Borkener Geschichte zentraler Archivbestand zur Massenentsäuerung an einen externen Fachbetrieb gegeben werden.

Mit der Massenentsäuerung des Bestandes „Stadt Borken B“ (ca. 1803-1945) führt das Stadtarchiv die Präventivmaßnahmen gegen säurebedingten Papierzerfall fort, die unter Inanspruchnahme von NRW-Landesmitteln bereits vor einigen Jahren für verschiedene Archivbestände gestartet wurden. Erst Anfang Juli wurden auch Teile des Bestandes „Amt Gemen-Weseke A“ (ca. 1814-1938) zur Entsäuerung gegeben. Das seit Mitte des 19. Jahrhunderts massenhaft verwendete holzschliffhaltige Papier enthält Säuren, die sich zunehmend zersetzen und das Papier brüchig werden lassen. Durch eine Veränderung des pH-Werts im Papier im Rahmen der Entsäuerung in einer nicht-wässrigen Lösung wird dieser Prozess gestoppt, sodass das Trägermaterial langfristig erhalten bleibt.

Der überwiegende Teil des Bestandes „Stadt Borken B“ wird somit bis Anfang Dezember für eine Benutzung nicht zur Verfügung stehen. In Vorbereitung dieses Projekts begannen Arbeiten zur Neu-Inventarisierung des Bestandes, sodass interessierten Archivbenutzern nach der Rückkehr der Archivalien überarbeitete Findmittel zur Verfügung stehen werden.

Neben der Massenentsäuerung ist auch die Erstellung eines Schadenkatasters für verschiedene Bestände geplant. Es soll von Fachrestauratoren erstellt werden und bildet die Grundlage zur Priorisierung zukünftiger restauratorischer Maßnahmen. Durch eine gezielte Restaurierung von Archivalien, die wegen ihres prekären Zustands derzeit unter Verschluss bleiben müssen, soll deren Erhaltungszustand so weit verbessert werden, dass sie von Archivbesucherinnen und -besuchern künftig auch wieder eingesehen werden können.

Die von der KEK geförderten Maßnahmen dienen perspektivisch der Vorbereitung des Umzugs in die neuen Stadtarchivräume, die im Zuge der Rathauserweiterung entstehen. Gleichzeitig werden Archivalien verschiedener Bestände in den kommenden Jahren für die Erarbeitung einer Borkener Stadtgeschichte benötigt.

Bildunterschrift:
Ein Teil der von der KEK bewilligten Fördermittel fließt in die Massenentsäuerung des Bestandes "Stadt Borken B". Dieser wird Benutzern daher ab September nicht zur Einsichtnahme zur Verfügung stehen.
(Foto: Thomas Hacker, Stadt Borken)