Rezensionen - Band 4:

Heimatpflege in Westfalen, 26. Jg., 4-5/2013, S. 39:

"Mit dem vorliegenden Sammelwerk haben sich Matthias M. Ester, Münster, Norbert Fasse, Borken, Thomas Ridder, Dorsten, und Mechtild Schöneberg, Borken, um die jüdische Geschichte der Kreisstadt Borken hoch verdient gemacht. Das Buch verleugnet nicht seine Entstehung aus dem seit 1988, dem Jahr der 50. Wiederkehr der Pogromnacht 1938, bestehenden Arbeitskreis 'Jüdische Geschichte in Borken und Gemen'. Dessen Forschungsergebnisse sind hier veröffentlicht und damit vor dem Vergessen bewahrt. Bemerkt werden soll, dass das Buch ein eigenes Kapitel über das jüdische Leben im Achterhoek jenseits der niederländischen Grenze enthält, vor allem über die Gemeinde in Winterswijk und das Lager Westerbork, dem Dreh- und Angelpunkt für die Deportationen aus den besetzten Niederlanden nach Auschwitz. [...]" - Prof. Dr. Diethard Aschoff (Detmold)


Westfälische Forschungen 66 (2016), S. 589-592:

"[...] umso notwendiger sind Veröffentlichungen wie die vorliegende, die im besten Sinne einen Beitrag gegen Vergessen und zur lokalgeschichtlichen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit leisten [...]. Dass dieses mit einer immensen Forschungsarbeit verbundene Gedenken, das in diesem Buch überaus überzeugend Ausdruck findet, alles andere als selbstverständlich ist, zeigt schon die Tatsache, dass der 'Arbeitskreis Jüdische Geschichte in Borken und Gemen e.V.' erst im Jahre 1988 gegründet wurde [...]. Schon hier wird deutlich, was diese Publikation unter anderem auszeichnet: umfangreiche Zeugnisse und 'Selbstzeugnisse der Überlebenden nationalsozialistischer Verfolgung, wie sie in dieser Dichte wohl nur für wenige westfälische Städte dokumentiert sind. Sie schildern die Flucht in die Niederlande, das Leben in der Illegalität, den Neuanfang im Exil' (Einbandtext, Rückseite) und den der wenigen Rückkehrer, die den Holocaust überlebt hatten. Diese narrativen Formen der Erinnerung werden umrahmt von primär historiographischen Beiträgen, unter denen das 1. Kapitel nicht nur quantitativ herausragt: '600 Jahre jüdisches Leben in Borken und Gemen. Ein Überblick (S. 3-126)', dessen Autor Norbert Fasse ist [...]. Das vorliegende Buch verdient einen weit über den Borkener Raum hinausgehenden Leserkreis, eine Resonanz, die anregend sein kann für lokale Erinnerungskulturen in der Bundesrepublik." - Dr. Bernd Weber (Münster)