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Vortragsreihe "Geschichte ist mehr ..."

Bild zeigt Logo der Vortragsreihe "Geschichte ist mehr ..."

Die Veranstaltungsreihe "Geschichte ist mehr …" ist eine Kooperation des Stadtarchivs mit der Volkshochschule, dem Stadtmuseum FARB sowie dem Heimatverein Borken. Sie wurde im Herbst des Jahres 2000 begründet, als die Leitung von Stadtarchiv und Stadtmuseum in eine Hand gelegt wurde

Unter der Programm-Koordination des Stadtarchivs finden im VHS-Forum in der ehemaligen Josefskirche an der Heidener Straße 88 regelmäßig Mittwochsvorträge und -vorstellungen zu verschiedenen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte statt.


Veranstaltungen im 2. Halbjahr 2019

Mittwoch, 18. September 2019

Vortrag: Das Andenken verlängern.
Was Grabsteine von jüdischen Lebensgeschichten erzählen

"Auf Ewigkeit angelegt. Das Grab für alle Zeiten Eigentum des Toten", so hat die Schriftstellerin Barbara Bronnen ein Grundprinzip jüdischer Begräbniskultur beschrieben. Das gilt auch für die beiden Friedhöfe, die die jüdischen Gemeinden Borken und Gemen bis zu ihrer Zerstörung während der Herrschaft der Nationalsozialisten besessen, genutzt und gepflegt haben. Das älteste erhaltene Grab ist in Borken rund 125 Jahre alt und zählt zu den Grabstätten einer Generation, die bereits das 19. Jahrhundert weitgehend durchlebt hat. So wurde Salomon Windmüller 1816 geboren, Esther Hirsch und Philippine Braunstein kamen 1819 zur Welt. Zu den meisten der gut 90 Borkener und Gemener Grabsteine können Lebensgeschichten erzählt werden, die auch die fortschreitende Integration der jüdischen Gemeinden in das kommunale Leben greifbar machen.
Der Theologe und Pädagoge Walter Schiffer (Borken) hat die erhalten gebliebenen hebräischen Inschriften mittlerweile sorgfältig dokumentiert und ins Deutsche übersetzt. Weiß man die formelhafte Sprache zu interpretieren, so gewinnt man interessante Aufschlüsse über die Persönlichkeit der Verstorbenen. Vertiefende Informationen zu ausgewählten Lebens- und Familiengeschichten tragen Mechtild Schöneberg (Arbeitskreis jüdische Geschichte in Borken und Gemen) und Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken) bei.

 

Dozenten:Walter Schiffer, MA, M.Th., Mechtild Schöneberg
Datum:18.09.2019, 19.30 Uhr bis 21 Uhr
Ort:   VHS-Forum, Heidener Straße 88
Entgelt:6 €

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Vortrag:  Von West nach Ost
Die Brinkstraße, Wilbecke und Remigiusstraße in alten Bildern

Die Brinkstraße, die Wilbecke und die Remigiusstraße, wie deren östlicher Abschnitt vor dem Zweiten Weltkrieg hieß, bilden im Stadtkern Borkens seit einem Jahrhundert eine Hauptverkehrsachse. Durch die jüngste Verlängerung und Erweiterung der Bahnhofstraße wird ihre Beanspruchung nochmals erheblich steigen. Wie diese Straßenverbindung in der Vorkriegszeit verlief, welche städtebauliche Gestalt sie dem nördlichen Stadtkern verlieh, welche besonderen Gebäude und Einrichtungen sich vom Waisenhaus über das Armenhaus bis zu Hotels, Geschäften und Gaststätten hier befanden und wie die Quartiere rechts und links von ihr aussahen, erläutert Rudolf Koormann kenntnis- und geschichtenreich anhand historischer Fotografien.

 

Dozent:Rudolf Koormann
Datum:09.10.2019, 19.30 Uhr bis 21 Uhr
Ort: VHS-Forum, Heidener Straße 88
Entgelt:6 €

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Vortrag: Mit Gott für König und Vaterland
Borken und die Schlacht bei Waterloo 1815

Unter dem Motto „Mit Gott für König und Vaterland“ kämpften vor gut 200 Jahren münsterländische Landwehr-Regimenter in den Freiheitskriegen gegen Napoleon, die das Westmünsterland außerordentlich stark in Mitleidenschaft zogen. Seit Anfang 1814 mussten sich auch im Raum Borken alle jungen Männer zwischen 17 und 40 Jahren zur Landwehr melden. Da ihre Väter und älteren Brüder schon in den Schlachten vorangegangener Jahre hatten kämpfen müssen, waren die allermeisten Rekruten, die im Juni 1815 gegen Napoleon zu Felde zogen und in Waterloo eingesetzt wurden, sehr jung.
Dr. Dirk Ziesing, promovierter Ingenieur, autodidaktischer Geschichtsforscher und Autor einer Buchreihe über die Westfälische Landwehr, hat auch das Schicksal von Soldaten aus Borken und Umgebung erforscht. In seinem Vortrag schildert er detailliert die Geschichte der Einheiten, denen sie angehörten, ihre unzureichende Ausrüstung und Bewaffnung und ihre Schicksale.

 

Dozent:Dr. Dirk Ziesing
Datum:30.10.2019, 19.30 Uhr bis 21 Uhr
Ort: VHS-Forum, Heidener Straße 88
Entgelt:6 €

Mittwoch, 27. November 2019

Lesung: So also ist der Westfale
Westfalen-Versteher von 1474 bis heute

Für den jüngst verstorbenen Satiriker Wiglaf Droste waren die Westfalen unserer Tage melancholische, sentimentale Wesen mit katholischer Prägung, die aber durchaus zur Komik neigen. Ernsthafte wie humoristische Aussagen über die vermeintliche Wesensart „des“ Westfalen haben eine lange Tradition, wie ein anregender und vergnüglicher Sammelband zeigt, den Peter Wittkampf im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. Als Mitglied der Geographischen Kommission für Westfalen und Träger des LWL-Förderpreises für westfälische Landeskunde hat er Texte von Autoren aufgespürt, die von dem Karthäusermönch Werner Rolevinck (* 1425) über Friedrich den Großen, Annette von Droste Hülshoff und Augustin Wibbelt bis Konrad Beikircher reichen.
Die innerwestfälischen Unterschiede zwischen Münsterländern, Ostwestfalen, Sauer- und Siegerländern und Menschen im östlichen Ruhrgebiet werden gebührend berücksichtigt. Und da der Herausgeber des Bandes bekennt, selbst ein Westfale und daher „äußerst wortkarg“ zu sein, bringt er eine Auswahl seiner Autoren zu Gehör und regt ganz beiläufig zur gelassenen Bewertung aufgeregter Debatten um kollektive Identitäten und „Leitkulturen“ an.

 

Dozent:Peter Wittkampf
Datum:27.11.2019, 19.30 Uhr bis 21 Uhr
OrtVHS-Forum, Heidener Straße 88
Entgelt:6 €

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Herr Dr. Norbert Fasse

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