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Vortragsreihe „Geschichte ist mehr ...“

Bild zeigt Logo der Vortragsreihe "Geschichte ist mehr ..."

Die Veranstaltungsreihe „Geschichte ist mehr …" ist eine Kooperation des Stadtarchivs mit der Volkshochschule, dem FARB - Forum Altes Rathaus Borken sowie dem Heimatverein Borken. Sie wurde im Herbst des Jahres 2000 begründet, als die Leitung von Stadtarchiv und Stadtmuseum in eine Hand gelegt wurde.

Unter der Programm-Koordination des Stadtarchivs finden im VHS-Forum in der ehemaligen Josefskirche an der Heidener Straße 88 regelmäßig Mittwochsvorträge und -vorstellungen zu verschiedenen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte statt.


Veranstaltungen im 2. Halbjahr 2020

Mittwoch, 02.09.2020 | VHS- Semestereröffnung

Prof. Dr. Malte Thiessen (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster):
Von Pest und Pocken, Grippe und Covid-19: Seuchen als Seismografen des Sozialen

Seuchen sind die sozialsten aller Krankheiten. Sie treffen nie nur den Einzelnen, sondern immer auch sein soziales Umfeld und sogar ganze Gesellschaften. Die Vorsorge, Eindämmung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten wirft daher fundamentale Fragen nach den Grundlagen unseres Zusammenlebens auf. Was wiegt schwerer, Freiheit oder Sicherheit, die Bedürfnisse des Einzelnen oder die der Allgemeinheit? Wer ist besonders schützenswert, wer hingegen eine besondere Bedrohung? Wie hängen Seuchen mit unserem Lebensstil, mit dem Tourismus, mit Migrationsbewegungen und weltweitem Handel zusammen?

Die Geschichte der Seuchen ist insofern eine Geschichte sozialer Aushandlungsprozesse und Konflikte: Es ging und geht dabei immer auch um „gesundes“, also „gutes“ Verhalten, um das Verhältnis von uns zu den „Anderen“, um Aufgaben und Pflichten des Staates und um das Spannungsverhältnis zwischen Individualwohl und Allgemeinwohl. Der Vortrag spürt diesen Fragen in historischer Perspektive für das 19., 20. und 21. Jahrhundert nach und fragt nach den Lehren für heute. Die historische Spurensuche möchte nicht zuletzt Impulse geben für eine Einordnung der aktuellen Corona-Pandemie: Ist Covid-19 eine historische Zäsur oder ein eher „typisches" Kapitel in der langen Seuchengeschichte der Moderne?

 

Der Referent:

Malte Thießen ist Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte sowie apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der Digitalisierung, das „Dritte Reich“, Forschungen zur Erinnerungskultur und zur Geschichte der Infektionskrankheiten.

 

Musikalische Gestaltung:

Pam & the Papas
Pam Tschentscher (voc.), Hermann-Josef Vieth (git.) und Joffrey Bondzio (b.) präsentieren augenzwinkernd Songs zwischen Untergangsstimmung und Lebensmut.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgeld:    6,00 Euro


Mittwoch, 30.09.2020

Prof. Dr. Ludger Kremer (Roetgen / Eifel):
Das Borkener Platt – Kernmundart des Westmünsterlandes

Das westmünsterländische Platt, auch „Sandplatt“ genannt, unterscheidet sich recht deutlich vom münsterländischen, vom kleverländischen oder vom Achterhoeker Platt. Das Westmünsterland ist eine konservativere Sprachlandschaft als das Kernmünsterland, hier wird noch etwas häufiger Platt gesprochen, aber das Besondere am Westmünsterländischen ist aus Sicht der Kernmünsterländer der starke niederländische Einfluss: Daor küürt se al up Holland to!

Was es damit auf sich hat, soll in diesem Vortrag erklärt werden: Wodurch unterscheidet sich das Westmünsterländische von den angrenzenden Mundarten: vom Kernmünsterländischen, vom Südwestfälischen (hier in Gestalt der vestischen Mundarten), vom Niederrheinischen, aber auch von der Achterhoeker, Twenter oder Bentheimer Mundart? Welche Unterschiede gibt es innerhalb des Westmünsterländischen und vor allem: Welche Position hat dabei das Borkener Platt? Welche grammatischen oder lexikalischen Merkmale sind typisch für das westmünsterländische Platt, aber auch für das Borkener im Unterschied etwa zum Bocholter Platt? Ganz wichtig aber: Wer spricht heute noch Platt, und bei welchen Gelegenheiten oder mit welchen Gesprächspartnern? Und gibt es im Westmünsterland eigentlich eine nennenswerte plattdeutsche Literatur?

Auf diese Fragen soll der Vortrag möglichst allgemeinverständliche Antworten geben. Das geschieht vor allem mit Hilfe von Sprachkarten, Wortschatzproben und Beispieltexten.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgeld:    6,00 Euro


Mittwoch, 28.10.2020

Gedenkveranstaltung der Stadt Borken

Vor 75 Jahren: Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Borken. Eine historische Collage

Marion und Markus von Hagen (Rezitation), Günter Gall (Gitarre & Gesang), Dr. Norbert Fasse (Textauswahl und Kommentar)

Vor gut 75 Jahren, am 28. März 1945, drangen die ersten britischen Soldaten vorsichtig in das Stadtgebiet Borken vor und setzten dem Krieg und der nationalsozialistischen Herrschaft in Borken ein Ende. Vorausgegangen waren schwere alliierte Bombenangriffe, die den Stadtkern seit Mitte März weitestgehend zerstört hatten. Aus alliierter Sicht war ein verheerender Krieg nun in das Land seiner Verursacher eingezogen. Für die Zivilbevölkerung zählten diese Märzwochen zu denjenigen Erfahrungen, die für lange Zeit die eigenen Erinnerungen an den Krieg und seine Opfer prägen sollten.

In einer Collage aus Tagebüchern, Briefen, Erinnerungen und Dokumenten lässt das Rezitatoren-Paar Marion und Markus von Hagen aus Münster ein breites Spektrum von Menschen lebendig werden, die in konträren Rollen wohl oder übel in den Krieg und die nationalsozialistische Herrschaft eingebunden bzw. von ihre betroffen waren: Lehrerinnen und Lehrer, mehr oder weniger junge Wehrmachtssoldaten, NSDAP-Funktionäre, Kommunalbeamte, verfolgte jüdische Bürgerinnen und Bürger, Zwangsarbeiter, Zivilisten, Frauen und damalige Kinder. Ausgewählt und kommentiert werden die Texte von Stadtarchivleiter Dr. Norbert Fasse. Der Osnabrücker Sänger, Gitarrist und Liedkomponist Günter Gall setzt musikalische Akzente mit zeitgenössischen Liedern über Krieg, Verfolgung und Widerstand.

Begrüßung: Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgeld:    6,00 Euro


Mittwoch, 25.11.2020

Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken)

Vor 75 Jahren: Der Wiederaufbau der Stadt Borken im Widerstreit der Planer

Wie viele andere Städte im westlichen Münsterland war Borken am Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört, der engere Stadtkern lag sogar zu 90 Prozent in Trümmern. In der vermeintlichen Stunde Null zählten daher die Wiederherrichtung von Wohnraum und der Wiederaufbau der Innenstadt zu den drängendsten Aufgaben. Zwar hatte die provisorische, von den Briten kontrollierte Stadtverwaltung schon im Herbst 1945 das Coesfelder Büro Wolters & Berlitz mit einer Wiederaufbauplanung beauftragt. Doch der erste, im Dezember vorgelegte Entwurf geriet in das Spannungsfeld widerstreitender Zielvorstellungen der Behörden, die von einer durchgreifenden Neuordnung des Stadtkerns bis zur weitgehenden Erhaltung des historischen Stadtgrundrisses bei gleichzeitiger Fernhaltung des Autoverkehrs reichten. Zwar einigte man sich nach langwierigen Debatten auf eine „Dreiplatzfolge“ aus zweigeteiltem Marktplatz und Kirchplatz mit repräsentativem Rathausstandort, doch die Bezirksregierung Münster setzte als Genehmigungsbehörde 1951 eine Abkehr von dieser Lösung durch. Welche städtebaulichen Konzepte zur Diskussion standen und welche langfristigen Wirkungen aus den schließlich getroffenen Entscheidungen resultierten, zeigt sich im Spiegel der nachfolgenden Jahrzehnte

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgeld:    6,00 Euro


Mittwoch, 03.02.2021

Rudolf Koormann (Heimatverein Borken)

Vom Krankenhaus zur Promenade - Die Johanniterstraße in Geschichte und alten Bildern

Bis zur Neugestaltung der südlichen Borkener Altstadt führte zwischen Krankenhausgarten und Propstei her, an der Johanneskirche und am Kornmarkt entlang die Johannisstraße, die anfangs noch in die Kreuzstraße überging, zum Neutor. Dort stieß sie auf die außerhalb der Stadtmauer gelegene Promenade. Wer die Stadt von West nach Ost durchqueren wollte, konnte die Verbindung benutzen, die heute – allerdings in anderen Ausmaßen – Johanniterstraße heißt. Am Treffpunkt von Papendiek Boltenhof jedoch fand sie früher ihr Ende, da sie nicht durch das Gelände des Stadtparks weitergeführt wurde bis zur Heidener Straße. Unter Verwendung von altern Bildern, Zeitungsinseraten und Geschichten vermittelt Rudolf Koormann ein Stück Stadtgeschichte und Stadtentwicklung.

 

Beginn:     19:30 Uhr

Ort:          VHS-Forum, Heidener Straße 88

Entgeld:    6,00 Euro


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