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EIN JUDE OHNE STERN Die Autobiografie des Albert Heymans erzählt von couragiertem Überleben mit gefälschter Identität in den besetzten Niederlanden

Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Mittwoch, 25. Januar 2023 | VHS-Forum Borken | 19:30 Uhr

Heidener Straße 88 | 46325 Borken

 

Literarische Lesung von und mit

Rainer Heeke (Buchhändler und Verleger, Achterland Verlagscompagnie)

Einführung: Dr. Timothy Sodmann (Achterland Verlagscompagnie)

Musikalische Gestaltung: Hanne Feldhaus (Flöten)

Begrüßung: Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken)

 

Buch-Cover von T. Sodmann u. M. Gescher: © Achterland Verlag; Porträt Albert Heymans: Ausschnitt aus dem Umschlagsfoto von den Geschwistern Heymans 1936/37: © Stadtarchiv Borken, Sammlung Pick; Porträt T. Sodmann: © Rottendorf Pharma GmbH; Porträt H. Feldhaus: Heinz Duttmann, © H. Feldhaus; Porträt R. Heeke: Ina Frikken, © R. Heeke

Cover der Autobiografie von Albert Heymans, deren deutsche Ausgabe 2003 die Achterland Verlagscompagnie (Vreden u. Bredevoort/NL) veröffentlicht hat

Unter dem Titel „Ein Jude ohne Stern“ beschreibt der in Borken aufgewachsene Albert Heymans (1922–2010) seine Kindheit und Jugend, die erzwungene Flucht der Familie in die Niederlande 1938, die Auswirkungen des deutschen Einmarsches in das neue Zufluchtsland 1940 und sein couragiertes, manchmal verzweifeltes, manchmal abenteuerliches und schließlich erfolgreiches Bemühen, mit falscher Identität auf eigene Faust unerkannt zu überleben. 

Er weigert sich, den von den deutschen Besatzern verordneten Stern zu tragen, verschafft sich in einer feindlichen Umgebung immer ein Alibi und erweist sich als Überlebenskünstler. Nachdem er im Oktober 1942 einer Hausdurchsuchung knapp entronnen ist, zieht er obdachlos durch Arnheim. In brenzliger Lage erhält er die Hilfe einer Prostituierten und verbirgt sich eine Zeitlang in Parks und Wäldern nahe der Stadt. Mit gefälschter, nichtjüdischer Identität kommt er schließlich als Knecht Gerrit Kapel auf einem Bauernhof am Stadtrand von Arnheim unter, übersteht manch heikle Situation und nimmt wiederholt an den Aktivitäten einer kleinen Widerstandsgruppe teil. 

Seine Schwester Ilse kann er im August 1943 mit gestohlenem Pass inkognito als Haushaltshilfe in derselben Bauersfamilie unterbringen. Seine jüngste Schwester Rosel findet dank niederländischer Helfer unter falschem Namen Aufnahme bei einer Pflegefamilie und überlebt ebenfalls. 

Die Eltern und die dritte Schwester, Helga, werden dagegen von den deutschen Besatzern deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Vergeblich versucht Albert, seine niederländische Freundin und spätere Frau Regina Gans, die vorübergehend aus dem SS-Durchgangslager Westerbork nach Velp abgestellt wird, zur Flucht zu überreden. Dennoch, auch sie überlebt.

Die deutsche Ausgabe von Albert Heymans eindringlicher und frappierender Autobiografie ist vor 20 Jahren in der kleinen deutsch-niederländischen Achterland Verlagscompagnie (Bredevoort / Vreden) erschienen. Sie kommt den bekannteren Selbstzeugnissen etwa der Anne Frank oder der Johanna Reiss in ihrer exemplarischen Bedeutung durchaus gleich. 

Die Stadt Borken hat die aus dem Handel genommene Restauflage kürzlich aufgekauft, um sie den örtlichen weiterführenden Schulen zur Verfügung zu stellen und weiteren Interessenten zum antiquarischen Preis anzubieten. Erhältlich ist sie im Stadtarchiv Borken und demnächst auch über die antiquarischen Online-Portale.

EINTRITT: 6,00 Euro

Anmeldungen sind unter www.vhs.borken.de möglich. Für individuelle Fragen steht Ihnen das VHS Sekretariat telefonisch unter 02861/939 238 und per E-Mail unter vhs@borken.de gern zur Verfügung. 

DAS BUCH 

Albert Heymans: Ein Jude ohne Stern, mit einem Nachwort von Margo Klijn,  Achterland Verlagscompagnie: Vreden / Bredevoort 2003, Paperback, 182 S.,  ist im Anschluss an die Lesung erhältlich. 

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Geschichte ist mehr …“ Vorträge zur Stadt- und Regionalgeschichte die von Stadtarchiv, Volkshochschule und Heimatverein Borken ausgerichtet wird   

Cover A. Heymans © Achterland Vlgs.-Compagnie.tif
Cover der Autobiografie von Albert Heymans, deren deutsche Ausgabe 2003 die Achterland Verlagscompagnie (Vreden u. Bredevoort/NL) veröffentlicht hat

Foto Geschwister Heymans ca. 1936 © Stadtarchiv Borken.tif
Die Geschwister Albert (*1922), Ilse (*1919), Helga (*1926) und Rosel (*1929) Heymans auf einer Brücke im Borkener Stadtpark ca. 1936 (Stadtarchiv Borken, Sammlung C. u. E. Pick)

Foto Rainer Heeke by Ina Frikken - Ausschn. 01.jpg
Rainer Heeke (Bocholt, Antiquariatsbuchhändler und Mitinhaber der Achterland Verlagscompagnie, Vreden u. Bredevoort/NL)

Foto T. Sodmann © Rottendorf Pharma GmbH – Ausschn. 01.jpg
Dr. Timothy Sodmann, ehemaliger Leiter des Landeskundlichen Instituts des Kreises Borken in Vreden, Mitinhaber der Achterland Verlagscompagnie, entdeckte die niederländische Ausgabe von Albert Heymans Autobiografie und initiierte die deutsche Ausgabe des Jahres 2003.

Foto Hanne Feldhaus by Heinz Duttmann © H. Feldhaus - Ausschn. 01.jpg
Flötistin Hanne Feldhaus studierte an den Musikhochschulen Münster, Dortmund und Amsterdam Blockflöte. Sie führt Soloprogramme von mittelalterlicher bis zu Neuer Musik auf, konzertiert im Duo mit Organisten und wirkt in verschiedenen Ensembles und Orchestern in Deutschland, den Niederlanden und Polen mit, in denen sie auch Barockfagott spielt. Ihre eigenen Projekte nennt sie „Berkelbarock“, weil sie eben an diesem Fluss wohnt, die Berkel in die Ijssel fließt und in den Niederlanden die großen Dinge in Sachen Barockmusik geschahen und wiederentdeckt wurden.